Hilfe, mein Buch braucht ein Cover!

Schreiben kann ich ja nun selbst, aber hätte ich versucht, auch das Buchcover zu gestalten – nun, schweigen wir höflich … Weder habe ich eine Ahnung, welche Feinheiten beachtet werden müssen, noch die passenden Grafikprogramme. Und obwohl ich früher tatsächlich passable Aquarelle und Zeichnungen produziert habe, verfüge ich nicht annähernd über die erforderlichen künstlerischen Fähigkeiten.

Aber glücklicherweise gibt es ja Profis, die mit so etwas ihr Geld verdienen (so wie ich mit guten deutschen Texten), und weil ich Wert auf ein rundum professionell gemachtes Buch legte, stand für mich außer Frage, dass ich diese wichtige Aufgabe in qualifizierte Hände lege.

Warum ist das Buchcover eigentlich so wichtig?

Das Cover ist das erste, was potenzielle Leser von dem Buch sehen. Deshalb muss es ins Auge fallen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und neugierig machen. Es soll bereits vermitteln, um welche Art von Buch es sich handelt, und das Wesentliche der Geschichte grafisch darstellen. Es soll sich originell abheben, gleichzeitig aber die Erwartungen der Zielgruppe bedienen. Farbgebung und Schriftart spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das alles gilt ganz besonders für die Miniatur-Vorschau im Internet, denn vermutlich wird ein Großteil der Leser in dieser Form zum ersten Mal auf „Vitamin V wie Wohnung“ stoßen. Auch diese Miniversion soll deshalb aussagekräftig sein und Charakter ausstrahlen.

Ganz schön viel, was so ein „kleines Bildchen“ leisten soll! Es musste also eine professionelle Designerin her, ich habe recherchiert und mich für Katharina Netolitzky entschieden. Überzeugt hat mich, dass ihre Cover (insbesondere die für Verlage) anders aussehen als so viele Self-Publisher-Cover, die auf mich oft ziemlich austauschbar wirken. Das hat mir gezeigt, dass sie vielseitig ist und mehr kann als „nur“ das, was gerade modern ist.

Wie soll es denn aussehen?

Als erstes wollte Katharina Netolitzky von mir etwas über den Inhalt und die Zielgruppe des Buches wissen, außerdem fragte sie, ob ich schon Vorstellungen hätte, wie mein Cover aussehen soll. Hatte ich nicht. Vielmehr: Ich hatte nur Vorstellungen, wie es nicht aussehen sollte: nicht nichtssagend-austauschbar, nicht wie alle anderen, nicht süßlich, nicht auf eine Liebesgeschichte reduziert. Was ich mir wünschte? Siehe oben.

Ich schickte ihr eine Zusammenfassung der Handlung im gesamten Roman, ganz bis zum Ende. Damit musste sie sich dann auseinandersetzen, um die wichtigen Elemente der Geschichte herauszufiltern und ein Bild daraus zu machen.

Entwürfe zum Ersten …

Nach einigen Tagen, ich war mittlerweile gespannt wie ein Flitzebogen, kamen die ersten Entwürfe. Ausdrücklich bloß als Rohzeichnung, nur um erst einmal zu entscheiden, in welche Richtung die Reise geht. Aber bevor ich überhaupt darauf achten konnte, war ich erstmal total geplättet: Ich sah ein Buchcover und es stand mein Name darauf! Da musste ich erstmal tief durchatmen – das war irgendwo zwischen beängstigend und erhebend.

Die Entwürfe zeigten drei verschiedene Richtungen und jede betonte einen anderen Aspekt der Geschichte. Sie sahen alle super aus, aber mir war schnell klar, dass keines davon der richtige Ansatz für mein Cover war. Immerhin: In jeder der drei Varianten waren Elemente, die mir gut gefielen. Damit haben wir weiter gearbeitet. Was sich immerhin schon abzeichnete war, dass wir die Tomate brauchten (wegen der Vitamine natürlich, sind ja wahnsinnig gesund die Dinger).

… zum Zweiten und zum Dritten!

Aber auch in der zweiten Runde kam noch keine rechte Begeisterung auf. Dabei waren die von mir gewünschten Ergänzungen eingebaut und die Designs enthielten die Elemente, die mir in Runde eins so gut gefallen hatten. Das war mir nun recht peinlich, schließlich hatte ich inzwischen schon insgesamt sieben tolle Cover-Vorschläge bekommen und war immer noch nicht zufrieden. Aber es nützt ja nichts: Die Sache ist erst fertig, wenn ich als Autorin der Meinung bin, nun ist es genau das richtige Cover. Natürlich hat die Designerin das ganz professionell entspannt gesehen und ungewöhnlich ist das sicher auch nicht – ich hatte viel mehr Probleme damit als sie!

So gingen wir in Runde drei. Sie hat alle meine Infos und umfangreichen Erklärungen noch einmal durchgearbeitet, und zack!, da kam der Entwurf, der mein Herz hüpfen ließ! Nun waren nur noch Kleinigkeiten zu ändern, etwa der Farbverlauf oder die Einzelheiten der Hamburger Skyline.

Zum Schluss: die Reinzeichnung

Als wir uns über den Entwurf einig waren, kam die Reinzeichnung, bei der alle Elemente noch einmal sorgfältig ausgeführt und im Stil aneinander angeglichen wurden. Insbesondere die Figuren haben dabei enorm gewonnen, sie sind weicher, plastischer geworden. Ich habe mich sofort in Nora verliebt!

Das Cover als Entwurf und als fertiges Bild
Links der letzte Cover-Entwurf, rechts die fertige Reinzeichnung

Nach ein paar allerletzten Anpassungen war das Buchcover fertig. Nun fehlten noch die technischeren Details (u. a. ISBN und Strichcode) und die Formatierung als Bucheinband. Dafür ist ganz entscheidend, wie dick das Buch wird, damit man weiß, wie breit der Buchrücken sein muss. An dieser Stelle mussten wir noch etwas warten, denn ich war noch mit letzten Änderungen am Text beschäftigt und musste mein in DIN A4 verfasstes Manuskript ja auch noch als Buch formatieren. Dann kamen am Rand noch Beschnittzugaben dazu, um der Druckerei etwas Spielraum zu lassen.

Vom Wort zum Bild

Fazit: Ich fand es faszinierend, wie jemand in so kurzer Zeit das Wesen meiner Geschichte, an der ich Jahre gearbeitet habe, in Bilder umsetzen kann. Einerseits natürlich überhaupt die zeichnerischen Fähigkeiten zu besitzen, andererseits aber auch das Wesentliche zu extrahieren und bildlich auszudrücken. Und dann kommt da sowas Schönes bei raus!

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